Zwei Wochen mit dem neuen iPad

Knapp zwei Wochen habe ich mein neues iPad jetzt. Ich muß mir selber eingestehen, dass es schön ist eines zu haben, ich aber doch immer noch lieber mit dem MacBook auf dem Sofa sitze, wenn ich da gemütlich was schreiben will. So wie jetzt gerade. Dennoch möchte ich mein iPad jetzt schon nicht mehr hergeben. Ich, die ich doch bei der Einführung des iPads gesagt hatte: Das braucht kein Mensch. Nett, schön, aber wofür?

new iPad

Mittlerweile habe ich einige Anwendungsmöglichkeiten gefunden, bin bei weitem noch nicht mit allem Ausprobieren durch, weil ich es wirklich zweckgebunden einsetze und mir schlicht die Zeit fehlt, mich mit dem Drumherum auseinander zu setzen. So habe ich es zum Beispiel noch nicht probiert, mit dem iPad zu drucken. Unser Drucker will im Netzwerk nämlich zur Zeit nicht anwesend sein (seit dem letzten Druckerteiberupdate…). Auch besitze ich noch keinerlei Adapter oder sonstiges, um einen Kontakt des iPads mit irgendwelcher Peripherie auszuprobieren.

new iPad Apps

Vorab hier erst mal meine Nutzungsart des neuen iPads, um Akkuleistung etc. einzuschätzen. 

Ich nutze das iPad natürlich zum Surfen, Tweetbot läuft ständig im Hintergrund, ansonsten bin ich vorwiegend mit der iPad App zu meinem Social Media Manager Kurs der Fernakademie Klett/ ILS am Arbeiten. Manchmal gucke ich bei YouTube, Frau Wirbelwind spielt Blue Block oder probiert andere Spiele aus (bisher sind wir da noch auf der Suche), wir stöbern im App Store und ähnliche Kleinigkeiten. Texte schreibe ich mit kWrite.
Wenn ich das iPad mit zur Arbeit nehme, habe ich nur stellenweise WLAN, die Suche läuft dann meist im Hintergrund.
Das iPad ist bei mir bisher also mit Sicherheit nicht voll ausgenutzt worden, aber doch aktiv im Betrieb.

iPad Helligkeit

Das Display
Ganz klar, deswegen war beim Anblick des neuen iPad der Gedanke aus Kostengründen lieber das iPad 2 zu kaufen schlagartig erledigt. Das Retina Display ist schlicht und ergreifend atemberaubend. Die Schärfe läßt sich so nicht in Worte fassen. Ein Augentraum. Texte lesen ist mit dem neuen iPad regelrecht entspannend.
Das Display ist so genial, dass ich das iPad meistens nicht mal auf der halben Helligkeitsstufe haben muß. Nur, wenn die Umgebung extrem hell wird, bei Sonneneinstrahlung zum Beispiel drehe ich die Helligkeit hoch.  Wenn die Sone aufs Display knallt, wird es schwierig. Wie mit jedem Bildschirm ist dann Blindflug angesagt.

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Die Handhabung
Ich bin „schon immer“ Apple-User, von daher ist der Umgang mit dem iPad auch als iOS-Unerfahrene unkompliziert und selbsterklärend. Mehr per Zufall entdeckte ich das iPad Handbuch auf Apples Webseite. Die Einstellungen sind einfach, übersichtlich und eigentlich für jeden einsetzbar. Die Apple eigenen Apps sind für mich ebenfalls selbsterklärend. Von daher kann ich an der Handhabung nichts aussetzen, ich bin allerdings immer noch auf „nebenbei-Entdeckungstour“. Da ich das iPad zielgerichtet nutze, stoße ich eher zufällig auf vieles.

In meinen Pausen verbringe ich in letzter Zeit viel Zeit auf dem Gang vor unseren Studios. Auf der Suche nach dem WLAN. Dabei stehe ich dann meist rum und halte das iPad in einer Hand. Da merke ich dann nach einer Weile doch das Gewicht von 652 Gramm. Der Unterarm wird lahm.

Außerdem kann das iPad auch ganz nett warm werden. Betonung liegt bei mir derzeit noch auf „nett“. Das MacBook wird bei gleicher Nutzung auf meinen Beinen deutlich wärmer. Ich warte mal den hoffentlich kommenden Sommer ab.

Touchscreen
Ja, sowas hat Nebenwirkungen. Jeder hinterläßt seine Fingerabdrücke. Super. Sehr reinigungsintensiv. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wie das Display ohne die „fettabweisende Beschichtung“ aussehen würde. Vorausgesetzt die weist wirklich etwas ab. Schon so ist nach einer gewissen Nutzung bei schrägem Lichteinfall mehr Fingerabdruck und Wischbewegung zu sehen, als von dem, was das iPad darunter anzeigt. Man kann auch gut sehen, welches die meistbenutzten Buchstaben auf der Tastatur seit der letzten Reinigung sind.
Erfreulich: Das iPad nimmt mich ernst. Ich erinnnere mich noch gut an Zeiten, an denen ich von Touchpads konsequent ignoriert wurde. Auch bei verdrecktem Display, wenn zum Beispiel Frau Wirbelwind es unter ihren Fingern hatte, kann ich noch uneingeschränkt agieren.

Schreiben
Das iPad ist natürlich schön handlich. Benutzen immer und überall auf dem Schoß ist dementsprechend sehr angenehm. Auch das Schreiben auf der Tastatur geht sehr viel besser, als ich es erwartet hätte. Hier bevorzuge ich allerdings das Querformat. Ich habe sehr kleine Hände, aber im Hochformat muß ich schon hingucken, wenn ich etwas tippen will. Quer kann ich es mittlerweile blind. Außer, wenn ich auf Zahlen und Sonderzeichen umstellen muß. Aber vielleicht lerne ich das auch noch. Demnächst werde ich trotzdem noch die Bluetooth Tastatur mit dem iPad ausprobieren. Wenn ich mal mehr am Stück schreiben will.

Der Akku
Laut Apple hält der eingebaute Akku 10 Stunden. Das kann ich so nicht bestätigen. Nicht für meine Nutzung. Da hält der Akku mindestens 12 Stunden durch. Eher mehr.
Das Laden dauert allerdings ewig. Mit 3% Rest-Ladung angehängt, habe ich es nach 10 Stunden zwangsweise von der Steckdose getrennt und der Akku war gerade mal zu 69% geladen. Das ist – sagen wir mal – unschön. Oder unpraktisch. Das iPad ist unter anderem deshalb so praktisch, weil man es so bequem mitnehmen kann. Wenn es dann innerhalb einer Nacht aber nicht komplett wieder auflädt, hat das allerdings den Zweck verfehlt. Noch dazu ist das mitgelieferte Kabel zum Laden so kurz, dass die Steckdose kaum weiter als eine Armlänge entfernt sein darf, sollte man sein iPad tatsächlich während der Ladezeit benutzen wollen.
Akkulaufzeit für mich also gut, Ladezeit absolut inakzeptabel.

Die Kameras
Tja, nun, also… Was braucht ein iPad zwei Kameras? Eine für FaceTime erschließt sich mir ja noch. Aber eine Videokamera? Mal ehrlich: Wer rennt filmend mit einem iPad durch die Gegend? Ich nicht. Vielleicht finde ich ja nochmal eine Anwendungsmöglichkeit. Ausprobiert habe ich es mit einem Video. Aber das iPad ist dafür so unhandlich, außerdem ist die Kamera nun mal am Rande des iPads untergebracht, die Orientierung zwischen Kamera und Bildausschnitt ist gewöhnungsbedürftig. Die Qualität ist aber durchaus brauchbar. Vielleicht kann man mit Hilfe des Dock-Stativs mehr mit der Videofunktion anfangen, wenn das iPad still steht.
Nachfolgend ein Foto, welches ich einfach mal so versucht habe, mit der iSight, die auch für die Videoaufnahmen zuständig ist, zu machen. Holperig war das. Das iPad richtig festhalten, die Kamera dabei nicht verdecken (mal um 180° drehen hilft, die Kamera eventuell aus dem Fingerbereich zu bekommen). Schwierig. Jetzt auch noch stillhalten und den Auslöser treffen. Mit meinen kleinen Händen ist das tatsächlich nicht so ganz trivial. Als Fotoapparat für mich definitv nur brauchbar, wenn ich unbedingt etwas fotografieren muß und keine Alternative dabeihabe. In der Öffentlichkeit käme ich mir da glaube ich ziemlich lächerlich vor…
Das Wetter ist heute übrigens so mies, wie es auf dem Foto aussieht.

Foto mit iPad Kamera

Der Sound
Ganz so grottenschlecht, wie ich am Anfang dachte, ist der Sound nicht. Nicht, wenn das iPad frei im Raum steht. Gut ist dennoch was anderes. Erträglich würde ich es nennen. Mehr sage ich dazu nicht.

Das Smart Cover

Smart Cover auf iPad

Das habe ich mir gleich mitgekauft. Genauso spontan wie das iPad selbst. Bei der Farbe hatte ich kaum noch Auswahl am Tag 1 des Verkaufs des neuen iPads. Praktisch ist es. Richtig praktisch. Einfach angeheftet, benutzt es sich von selbst. Schon als iPad-Ständer zum VIdeo- oder Fotogucken macht es sich gut. Als Schrägstellung auf dem Tisch zum Schreiben ist es sehr praktisch. Hochkant hingestellt ist es etwas unsicher. Finde ich.
Unkompliziert als Bildschirmschutz, schnell zum automatischen Ruhezustand aktivieren. Frau Wirbelwind freut sich hierbei besonders über das „Klick“ beim zuklappen. Erleichtert war sie, als es ihr einmal abging und sie schon fast zu weinen anfing, weil sie es kaputt gemacht hat. Schwupp, war es schon wieder fest. Das ist ja magnetisch! Wie cool!
Hängt man das iPad mit geschlossenem Smart Cover an den Mac, um ihn mit iTunes zu snychronisieren, wird das iPad trotzdem erkannt.
Was mit nicht gefällt ist, dass sich automatisch die Seite, die auf dem Display liegt nach außen wickelt. Da läuft man Gefahr kleine Krümel einzufangen, die dann auf dem Display landen. Man kehrt das innere nach außen, wickelt man andersrum uns stellt das iPad zum Fotos gucken auf, hält es nicht.
Noch ein Nachteil. Das Smart Cover deckt nur das Display ab, der iPad Rücken bleibt damit beim Transport ungeschützt. Da braucht man dann Zusatztaschen.
Außerdem kommt an den dünnen Klapp-Stellen des Covers relativ viel Schmutz/ Staub unter das Cover auf das Display. Beim Aufklappen sieht man dann schöne Streifen, die weggeputzt werden müssen. Suboptimal.

Smart COver als iPad Ständer

Kurzes Fazit
Zitat von Frau Wirbelwind: „Darf ich spielen? Das iPad macht nicht nur dir Spaß, Mama.“ Das sagt doch schon alles. Kinderleichte Bedienung. Wobei Kinder sich da ja meist sehr viel leichter tun, als die unerfahrenen Erwachsenen. Praktisch. Tolles Display. Macht, was ich erwartet habe. Die gewisse Isolation von der Außenwelt in Sachen drucken zum Beispiel muß ich noch irgendwie überwinden, dann bin ich glücklich.

Geschrieben von am 29.03 - 03:58 PM
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