Das iPad Pro M4 ist Apples leistungsstärkstes Tablet und seit Mai 2024 erhältlich. Es ersetzt das Vorgängermodell mit M2-Chip und markiert mehrere Premieren: erstes Apple-Gerät mit M4-Chip überhaupt, dünnstes Apple-Produkt der Geschichte (5,1 mm beim 13-Zoll-Modell), und erster Tablet-OLED-Display in Tandem-Bauweise mit 1.000 Nits Standardhelligkeit und 1.600 Nits HDR-Spitze.
iPad Pro M4 (2024): M4-Chip, Tandem-OLED-Display (Ultra Retina XDR), 11 Zoll oder 13 Zoll, Thunderbolt 4, ab 8 GB RAM (256 GB/512 GB) oder 16 GB RAM (1 TB/2 TB), Apple Pencil Pro Support, neues Magic Keyboard mit Funktionsleiste. Preis ab 1.199 Euro (11 Zoll, 256 GB) bis 2.829 Euro (13 Zoll, 2 TB Nano-Texture).
Die 256-GB- und 512-GB-Modelle haben 8 GB RAM, die 1-TB- und 2-TB-Modelle hingegen 16 GB RAM. Wer ressourcenintensive Apps wie Final Cut Pro für iPad, DaVinci Resolve oder Logic Pro für iPad nutzt, sollte mindestens 1 TB wählen — nicht wegen Speicher, sondern wegen RAM. Eine spätere Aufrüstung ist nicht möglich.
Was ist neu beim iPad Pro M4 gegenüber dem iPad Pro M2?
Das iPad Pro M4 bringt gegenüber dem M2-Vorgänger 5 wesentliche Neuerungen: Tandem-OLED-Display statt Mini-LED, M4-Chip statt M2, dünneres Gehäuse (5,1 mm beim 13 Zoll), neue Magic-Keyboard-Generation mit Touch-Funktionsleiste und Apple-Pencil-Pro-Support mit Squeeze-Geste und Haptic-Engine-Rückmeldung.
Der Sprung von Mini-LED auf Tandem-OLED ist die technisch deutlichste Veränderung. Tandem-OLED — eine Display-Technik, die zwei OLED-Panels übereinander stapelt, um die Helligkeit zu verdoppeln ohne die Pixel zu überlasten — erreicht beim iPad Pro M4 eine Standardhelligkeit von 1.000 Nits (vorher 600 Nits) und HDR-Spitzenwerte von 1.600 Nits (vorher 1.000 Nits). Gleichzeitig bleiben die Schwarzwerte echte Nullen wie bei jedem OLED-Display.
Die 5 Neuerungen im direkten Vergleich:
| Eigenschaft | iPad Pro M2 (2022) | iPad Pro M4 (2024) |
|---|---|---|
| Chip | M2 | M4 (+50% CPU) |
| Display | Liquid Retina XDR (Mini-LED) | Ultra Retina XDR (Tandem-OLED) |
| Dicke (13 Zoll) | 6,4 mm | 5,1 mm |
| Apple Pencil | Apple Pencil 2 | Apple Pencil Pro |
| Startpreis (11 Zoll, 256 GB) | 1.099 € | 1.199 € |
Apple hat beim iPad Pro M4 das M3-Modell komplett übersprungen. Der M4-Chip erschien zuerst im iPad — Monate vor den ersten M4-Macs. Das ist die einzige Generation in der Apple-Silicon-Geschichte, in der das iPad einen neueren Chip bekam als die Macs. Hintergrund: Apple wollte beim OLED-Launch demonstrieren, dass das neue Display volle Hardware-Beschleunigung für Display-P3-Farbraum und ProMotion bei 120 Hz braucht.
Wie unterscheidet sich der M4 im iPad vom M4 im MacBook?
Der M4-Chip im iPad Pro und im MacBook Pro M4 ist nicht identisch. Apple bietet drei verschiedene Bin-Varianten an: Standard-M4 (9-Kern-CPU für 256/512 GB iPad, 10-Kern-CPU für 1 TB/2 TB iPad und MacBook Pro M4), M4 Pro (nur MacBook) und M4 Max (nur MacBook). Das iPad bekommt keinen M4 Pro oder M4 Max.
Der iPad-Pro-M4 mit 8 GB RAM hat 9 CPU-Kerne (3P + 6E) und 10 GPU-Kerne. Die Varianten mit 16 GB RAM haben 10 CPU-Kerne (4P + 6E) und 10 GPU-Kerne — also dieselbe Konfiguration wie der Basis-M4 im MacBook Pro M4.
Die Performance-Unterschiede sind in der Praxis aber nicht so groß, wie es die Spezifikationen suggerieren:
- Geekbench 6 Single-Core: iPad Pro M4 erreicht ca. 3.700 Punkte, MacBook Pro M4 ca. 3.800 Punkte — praktisch gleichwertig
- Geekbench 6 Multi-Core: iPad Pro M4 (10-Kern) ca. 14.500 Punkte, MacBook Pro M4 ca. 15.000 Punkte — minimal stärker
- GPU (Metal-Score): iPad Pro M4 ca. 55.000 Punkte, MacBook Pro M4 ca. 58.000 Punkte
Die kleineren Unterschiede entstehen durch die thermische Begrenzung des dünneren iPad-Gehäuses — der M4-Chip kann seine volle Leistung nicht so lange halten wie im MacBook mit aktivem Lüfter. Bei kurzen Aufgaben (Fotobearbeitung, Webbrowser, Video-Wiedergabe) ist das egal; bei langen Render-Jobs in Final Cut Pro drosselt das iPad früher.
Welche Größe ist die richtige: iPad Pro M4 11 Zoll oder 13 Zoll?
Die 11-Zoll-Version (582 g) ist die portablere Wahl für mobiles Arbeiten, Skizzieren und Notizen. Die 13-Zoll-Version (579 g im Wi-Fi-Modell) bietet mehr Bildschirmfläche für Multitasking, Stage Manager und Pro-Apps. Trotz größerem Display ist die 13-Zoll-Variante kaum schwerer — Apple hat das Aluminiumchassis komplett neu gestaltet.
Die 3 entscheidenden Faktoren bei der Größenwahl:
- Mobilität: 11 Zoll passt in jedes Notebookfach und ist im Stehen einhändig haltbar. 13 Zoll ist beidhändig komfortabler und passt nicht in alle Rucksack-Notebookfächer
- Stage Manager und Split View: Multi-App-Workflows mit 2 bis 4 gleichzeitigen Apps funktionieren auf 13 Zoll deutlich praktischer. Auf 11 Zoll werden Fenster bei 2+ Apps schnell zu klein
- Apple Pencil Pro: Für detailliertes Zeichnen und Skizzieren bietet 13 Zoll eine spürbar größere Arbeitsfläche. Procreate-Nutzer und digitale Künstler bevorzugen fast immer das 13-Zoll-Modell
Preisunterschied: Das 13-Zoll-Modell kostet immer 300 Euro mehr als das gleichkonfigurierte 11-Zoll-Modell. Das 256-GB-Wi-Fi-Modell startet bei 1.199 Euro (11 Zoll) bzw. 1.499 Euro (13 Zoll).
Eine Überraschung beim 13-Zoll-iPad-Pro: Es hat exakt die gleiche Bildschirmdiagonale wie ein 13-Zoll-MacBook Air, ist aber durch das 4:3-Seitenverhältnis (statt 16:10) deutlich höher. Wer regelmäßig PDFs, Magazinseiten oder vertikale Webinhalte konsumiert, profitiert von der zusätzlichen Höhe — ein oft übersehener Vorteil gegenüber MacBook-Displays.
Was kann das neue Magic Keyboard für das iPad Pro M4?
Das neue Magic Keyboard für das iPad Pro M4 bietet 4 Verbesserungen gegenüber der ersten Generation: Aluminium-Handballenauflage statt Polyurethan-Beschichtung, Touch-Funktionsleiste über den Buchstabentasten, größeres Force-Touch-Trackpad und verbessertes haptisches Feedback. Es funktioniert nur mit dem iPad Pro M4 — andere iPads sind nicht kompatibel.
Die Touch-Funktionsleiste ist die wichtigste Neuerung: Sie ersetzt die fehlende Esc-Taste-Reihe vom MacBook und bietet kontextabhängige Tasten — Helligkeit, Lautstärke, Mediensteuerung und Spotlight-Suche. In iPad-Pro-Apps wie Logic Pro für iPad und Final Cut Pro für iPad erscheinen App-spezifische Tasten.
Das neue Aluminium-Chassis löst ein bekanntes Problem der ersten Generation: Die Polyurethan-Beschichtung wurde nach längerer Nutzung speckig und zeigte Abnutzungsspuren an den Handballen-Auflageflächen. Das neue Magic Keyboard verwendet die gleiche Aluminium-Veredelung wie das MacBook Pro — deutlich haltbarer und edler.
Preis: 349 Euro (11 Zoll) oder 399 Euro (13 Zoll). Das ist 50 Euro mehr als die erste Generation, aber die Verbesserungen rechtfertigen den Aufpreis bei intensiver Nutzung.
Welche Apps profitieren am stärksten vom M4-Chip im iPad Pro?
Apps mit hohem CPU/GPU-Bedarf profitieren am stärksten vom M4-Chip im iPad Pro: Final Cut Pro für iPad, DaVinci Resolve für iPad, Logic Pro für iPad, Procreate Dreams (3D-Animation) und Affinity Designer 2. Bei Office-Apps, Browsern und Streaming-Apps ist der Unterschied zum M2 oder M3 nicht spürbar.
Die 5 Apps mit dem stärksten M4-Vorteil im Detail:
- Final Cut Pro für iPad: Apples Videoschnitt-App nutzt die Neural Engine für automatische Szenenerkennung und Live-Vorschau in 4K-Auflösung — am M4 bis zu 4 simultane 4K-ProRes-Streams ohne Stottern (M2: 2 Streams)
- DaVinci Resolve für iPad: Color-Grading-Software, die GPU-intensive Echtzeit-Vorschau in Dolby Vision bietet — am M4 mit deutlich flüssigerem Scrubbing in HDR-Timelines
- Logic Pro für iPad: Apples DAW (Digital Audio Workstation) — am M4 sind über 100 gleichzeitige Audio-Spuren mit Echtzeit-Effekten möglich, ohne dass die Audio-Engine droppt
- Procreate Dreams: 3D-Animations-App von der Procreate-Crew — am M4 mit deutlich mehr Animationsschichten und höherer Render-Auflösung
- Affinity Designer 2: Vektor- und Pixel-Design-Suite — am M4 öffnen sich große SVG-Dateien (50+ MB) deutlich schneller als am M2
Für wen lohnt sich das iPad Pro M4?
Das iPad Pro M4 lohnt sich für 3 Zielgruppen: erstens Profis in Kreativ-Berufen, die Final Cut Pro, Logic Pro, Procreate oder DaVinci Resolve mobil nutzen wollen; zweitens iPad-Power-User mit Stage-Manager- und Multi-App-Workflows; drittens Nutzer, die ein OLED-Display für HDR-Inhalte aus Apple TV+, Netflix oder Disney+ priorisieren.
Für 3 weitere Zielgruppen ist es überdimensioniert oder die falsche Wahl:
- Casual-Nutzer und Schüler: iPad 11. Generation (ab 429 Euro) oder iPad Air M3 reichen für Streaming, Notizen, Schule und gelegentliches Skizzieren völlig aus
- Office-Worker ohne Pro-App-Bedarf: iPad Air M3 mit Magic Keyboard ist die bessere Wahl — gleicher M-Chip, gleiches Tastatur-Erlebnis, 600 bis 800 Euro günstiger
- Laptop-Ersatz-Suchende: Für reine Produktivität ohne Touch- und Stift-Workflows ist ein MacBook Air M4 (1.299 Euro) flexibler — vollwertiges macOS, mehr RAM, identische Akkulaufzeit
Das iPad Pro M4 ist 2026 das beste Tablet, das je gebaut wurde — und gleichzeitig das mit der schwierigsten Kaufberatung. Apple bietet mit dem iPad Air M3 für 700 Euro weniger ein Gerät an, das für 80 % der iPad-Pro-Käufer-Profile mehr als ausreicht.
Wer es wirklich braucht: professionelle Videografen, die unterwegs in 4K-ProRes schneiden; Illustratoren und Designer, die täglich 8+ Stunden mit dem Apple Pencil Pro arbeiten und das OLED-Display als Farbreferenz nutzen; Musikproduzenten, die mit Logic Pro und 100+ Spuren mobil arbeiten. Wer eine der drei Gruppen ist, bekommt mit dem iPad Pro M4 das richtige Werkzeug.
Für alle anderen ist das iPad Pro ein Statussymbol mit echten technischen Vorteilen, die der Alltag selten ausreizt. Das ist kein Vorwurf — Premium-Produkte dürfen Premium-Käufer haben. Es ist aber wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein, bevor man 1.500+ Euro für ein Tablet ausgibt. — Florian Maier, Redaktion Apfelwelten
- Tandem-OLED-Display (1.000 Nits Standard, 1.600 Nits HDR) — Premiere bei Tablets
- M4-Chip in zwei Bin-Varianten: 9-Kern bei 256/512 GB, 10-Kern bei 1 TB/2 TB
- RAM-Sprung bei 1 TB: 8 GB → 16 GB — relevant für Pro-Apps
- Dünnste Apple-Tablet-Konstruktion (5,1 mm beim 13 Zoll)
- Apple Pencil Pro mit Squeeze-Geste, Barrel-Roll und Haptic Engine
- Neues Magic Keyboard nur für M4-Modelle kompatibel — 349/399 Euro Aufpreis
- Preis: 1.199 € (11 Zoll, 256 GB) bis 2.829 € (13 Zoll, 2 TB Nano-Texture)
Häufige Fragen zum iPad Pro M4
Funktioniert das alte Magic Keyboard mit dem iPad Pro M4?
Nein — das Magic Keyboard für iPad Pro M1/M2 (von 2020 bis 2022) ist nicht mit dem iPad Pro M4 kompatibel. Der Connector wurde leicht verändert, und die Maße der Geräte sind nicht mehr identisch. Das alte Magic Keyboard passt nur an iPad Pro M2 und iPad Air M2. Das neue Magic Keyboard für iPad Pro M4 funktioniert auch nicht mit älteren iPad-Modellen.
Welches OLED-Burn-in-Risiko hat das iPad Pro M4?
Das Tandem-OLED-Display ist deutlich weniger anfällig für Einbrenneffekte als klassische OLED-Smartphone-Displays, weil die zwei gestapelten OLED-Panels die Helligkeitslast teilen. Apple gibt für das Tandem-OLED eine Lebenszeit von über 100.000 Stunden bei moderater Nutzung an — das entspricht ca. 11 Jahren bei 8 Stunden Nutzung pro Tag. Statische UI-Elemente wie die iPadOS-Statusleiste werden zusätzlich durch Pixel-Shifting geschützt.
Unterstützt das iPad Pro M4 externe Displays?
Ja — über den Thunderbolt-4-Port lassen sich externe Displays bis 6K-Auflösung anschließen. Mit Stage Manager funktioniert das Display als zweiter, unabhängiger Arbeitsbereich (nicht nur als Spiegelung). Maximale Auflösung: 6.144 × 3.456 Pixel bei 60 Hz oder 4K bei 120 Hz. Das ist mehr als das interne iPad-Display selbst bietet.
Wie unterscheidet sich Nano-Texture vom Standard-Display?
Nano-Texture ist eine Apple-eigene Anti-Reflex-Beschichtung mit ätzbasierter Glasoberfläche, die Reflexionen praktisch eliminiert. Verfügbar nur bei den 1-TB- und 2-TB-Modellen für 110 Euro Aufpreis. Sinnvoll für Nutzer, die das iPad oft in hellen Räumen oder Outdoor nutzen — Coloristen und Fotografen schätzen die reflexionsfreie Darstellung. Nachteil: leicht reduzierte Schärfe-Wahrnehmung gegenüber Standard-Glas.
Quellen und weiterführende Literatur
Folgende Quellen wurden für diesen Artikel ausgewertet (Stand Mai 2026):
- Apple Deutschland — iPad Pro Produktseite · apple.com/de/ipad-pro/ · Offizielle technische Spezifikationen und Konfigurationsoptionen.
- Apple Newsroom — Tandem-OLED-Ankündigung · apple.com/de/newsroom · Technische Hintergrundinformationen zur Display-Technologie.
- Geizhals Preisvergleich · geizhals.de · Aktuelle Marktpreise und Preishistorie seit Release im Mai 2024.
- Geekbench Browser · browser.geekbench.com · Verifizierte Benchmark-Ergebnisse für M4-Geräte im Vergleich.
- iFixit — iPad Pro M4 Teardown · ifixit.com · Reparierbarkeits-Analyse und interner Aufbau des Geräts.
- MacRumors iPad Pro Coverage · macrumors.com · Tests, Vergleiche und Kaufberatung aus internationaler Community.
Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2026 · Recherchezeitraum: März – Mai 2026 · Externe Quellen: 6
