Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2026
Recherchezeitraum: Mai – Juli 2026
Rund 96,3 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz prognostiziert der Handelsverband Deutschland für 2026 — ein Markt, in dem Auffindbarkeit über Erfolg und Bedeutungslosigkeit entscheidet. Wer als Unternehmen online nicht gefunden wird, existiert für einen wachsenden Teil der Kundschaft schlicht nicht. Branchenverzeichnisse sind dabei kein Relikt der Gelbe-Seiten-Ära, sondern nach wie vor ein ernstzunehmender Kanal: Sie liefern Backlinks mit Domainautorität, strukturierte Unternehmensdaten und, im besten Fall, direkt konversionsbereite Nutzer. Laut einer GfK-Studie, zitiert bei jha-marketing.de, kauften rund 46 Prozent der Nutzer von Das Örtliche nach einer Suche tatsächlich bei einem gelisteten Unternehmen ein.
Für diesen Vergleich haben wir sieben der relevantesten deutschen Online-Branchenverzeichnisse analysiert. Die Bewertung stützt sich auf Daten aus SISTRIX-Sichtbarkeitsmessungen, Angaben der Portale selbst, Einschätzungen aus den Fachquellen metayer.de, sellwerk.de, reputativ.com und more-fire.com sowie öffentlich zugänglichen Handelsregister- und Unternehmensangaben. Preise, Reichweiten und technische Merkmale wurden soweit möglich zum Stand Juli 2026 verifiziert. Verzeichnisse, für die keine belastbaren öffentlichen Daten vorlagen, wurden nicht aufgenommen.
Bewertungskriterien und Gewichtung:
- SEO-Wirkung und Domainautorität (30 %): Messbarer SISTRIX-Sichtbarkeitswert des Portals, Backlink-Qualität für Eintragende
- Reichweite und Nutzerzahlen (25 %): Anzahl gelisteter Unternehmen, geografische Abdeckung, Bekanntheit beim Endverbraucher
- Funktionsumfang und Besonderheiten (20 %): Bewertungssystem, Kategorienstruktur, technologische Alleinstellungsmerkmale
- Preis-Leistungs-Verhältnis (15 %): Verfügbarkeit kostenloser Einträge, Transparenz der Premium-Tarife
- Qualitätssicherung und Vertrauenswürdigkeit (10 %): Redaktionelle Kontrolle, Impressumspflicht nach § 5 DDG, Datenpflege
Keine der gelisteten Firmen hat für die Aufnahme in dieses Ranking gezahlt.
| Platz | Firma | Spezialisierung | Preisniveau | Gründung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Webwiki | Suchmaschine + Bewertungsportal, europäisch | Kostenlos / Premium buchbar | k.A. |
| 2 | 11880.com | Größtes Branchenverzeichnis nach Einträgen | Kostenlos / Premium buchbar | Börsennotiert seit 1999 |
| 3 | Gelbe Seiten | Marktführer, Print + Online + Sprache | Kostenlos / Premium buchbar | k.A. |
| 4 | Das Örtliche | Regionale Reichweite, hohe Bekanntheit | 3 Monate kostenlos, dann Premium | k.A. |
| 5 | meinestadt.de | Lokale Abdeckung, Stellenanzeigen | Kostenlos / Premium buchbar | k.A. |
| 6 | YellowMap | Geodaten, Kartentechnologie, B2B | k.A. | k.A. |
| 7 | golocal | Bewertungscommunity, Ökosystem Örtliches | Kostenlos | k.A. |
1. Webwiki – Suchmaschine und Bewertungsportal mit europäischer Reichweite
SISTRIX-Sichtbarkeit über 20 Punkte, Eintrag kostenlos, sechs Länderversionen — starkes SEO-Fundament für Eintragende im deutschsprachigen Raum.
Profil: Gründung k.A. · Sitz Nürnberg (Willy-Brandt-Platz 16) · Rechtsform GmbH · HR: HRB 42037 Amtsgericht Nürnberg · Mitarbeiter k.A.
Stärken: Webwiki kombiniert zwei Funktionen, die bei anderen Portalen getrennt laufen: Es funktioniert sowohl als Suchmaschine als auch als Bewertungsportal für Webseiten im deutschsprachigen Raum, wie reputativ.com dokumentiert. Das Portal sammelt automatisch öffentliche Informationen und bereitet sie strukturiert auf. Der SISTRIX-Sichtbarkeitswert von über 20 Punkten macht Webwiki laut metayer.de zu einem der größten deutschen Verzeichnisse — ein Wert, der sich direkt auf die Linkqualität für eingetragene Unternehmen auswirkt. Hinzu kommt die europäische Dimension: Das Portal ist in sechs Länderversionen verfügbar, was für Unternehmen mit internationalem Geschäft einen echten Mehrwert darstellt. Bewertungen werden vor Veröffentlichung redaktionell geprüft, was die Qualität der Nutzermeinungen im Vergleich zu unkontrollierten Plattformen erhöht.
Schwächen: Die Qualität eines Eintrags hängt stark davon ab, wie aktiv der Betreiber ihn pflegt. Automatische Datenaktualisierungen gibt es nicht. Negative Bewertungen können zudem nicht auf Wunsch entfernt werden — sie bleiben stehen, solange kein Verstoß gegen die Plattformrichtlinien vorliegt. Das kann für Unternehmen mit Reputationsproblemen unangenehm werden, ist aber aus Verbraucherschutzsicht konsequent.
Preisrahmen: Kostenloser Basiseintrag verfügbar. Zum Stand 01. Juli 2026 ist auf der Startseite ein Aktionscode „relaunch26″ mit 50 Prozent Rabatt auf kostenpflichtige Premium-Einträge aktiv.
Ideal für: KMU und Selbstständige im deutschsprachigen Raum, die mit vertretbarem Aufwand einen SEO-wirksamen Eintrag mit Bewertungsfunktion aufbauen wollen; besonders relevant für Unternehmen, die auch in Österreich oder der Schweiz präsent sind.
Kontakt: Nürnberg · webwiki.de
Was Webwiki von klassischen Telefonbuch-Nachfolgern unterscheidet, ist der technologische Ansatz. Statt Branchendaten manuell zu pflegen, aggregiert das Portal automatisch öffentlich zugängliche Informationen zu Webseiten. Das schafft eine Datenbasis, die über bloße Adresslistings hinausgeht. Für Suchmaschinenoptimierung ist das relevant: Die Kategorienstruktur bündelt thematisch verwandte Einträge zu eigenständigen Seiten, was laut metayer.de thematische Relevanz gegenüber Mitbewerber-URLs erzeugt.
Der SEO-Hebel für Eintragende ist dabei kein Marketing-Versprechen, sondern eine direkte Folge der Domainautorität des Portals. Ein Backlink von einer Domain mit überdurchschnittlichem SISTRIX-Wert wirkt sich messbar auf das eigene Ranking aus. Für kleine Unternehmen ohne dediziertes SEO-Budget ist das einer der wenigen kostenfreien Hebel mit nachweisbarer Wirkung.
Rechtlich ist Webwiki im Rahmen: Als geschäftsmäßiger Online-Dienst unterliegt das Portal der Impressumspflicht nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), ein Punkt, den Nutzer auch bei ihrer eigenen Eintragspflege im Blick haben sollten. Wer sich in einem Verzeichnis einträgt und dabei ein Impressum verlinkt oder hinterlegt, muss dessen Aktualität sicherstellen.
2. 11880.com – Meistausgezeichnetes Verzeichnis mit über 5 Millionen Einträgen
Über 5 Millionen Einträge, siebenmal in Folge vom DISQ als bestes deutsches Branchenverzeichnis ausgezeichnet — Markttiefe als klares Argument.
Profil: Gründung k.A. · Börsennotiert seit 1999 · Sitz k.A. · ca. 600 Mitarbeiter an drei Standorten (Quelle: dienstleisterverzeichnis.com, Zeitpunkt k.A.)
Stärken: Die schiere Datenmenge ist beeindruckend: 11880.com listet nach eigenen Angaben über 5 Millionen Firmen, Behörden, Ärzte und weitere Einträge. Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat das Portal zuletzt zum siebten Mal in Folge als bestes Branchenverzeichnis Deutschlands ausgezeichnet. Zudem bietet 11880.com einen integrierten Angebotsvergleich: Nutzer können mit einer einzigen Anfrage mehrere Angebote von Handwerkern einholen — eine Funktion, die das Verzeichnis über reine Adresslisting-Portale hinaushebt.
Schwächen: Das Kerngeschäft der Telefonauskunft schrumpft strukturell. Die Transformation zum reinen Online-Verzeichnis ist erkennbar, aber noch nicht abgeschlossen. Umsatz und Mitarbeiterzahlen stehen laut verfügbaren Quellen unter Druck.
Preisrahmen: Kostenloser Basiseintrag; Premium-Profile kostenpflichtig.
Ideal für: Handwerksbetriebe und Dienstleister, die von der Angebotsvergleichs-Funktion profitieren und eine breite Listingbasis suchen.
Kontakt: k.A. · 11880.com
Die Auszeichnung durch das DISQ — siebenmal in Folge — ist kein Kleinbuchdruck. Sie basiert auf unabhängigen Testkäufen und Nutzerbefragungen und gibt dem Portal eine Glaubwürdigkeit, die durch Selbstvermarktung allein schwer zu erreichen wäre. Für Unternehmen bedeutet das: Ein Eintrag bei 11880.com landet in einem Umfeld, das Verbraucher als vertrauenswürdig einschätzen.
Die strukturelle Herausforderung bleibt dennoch sichtbar. 600 Mitarbeiter an drei Standorten klingen nach Substanz, doch der Markt für telefonbasierte Auskunftsdienste schrumpft seit Jahren. Das Unternehmen muss den Spagat zwischen digitalem Wachstum und schrumpfendem Traditionsgeschäft dauerhaft bewältigen — eine Aufgabe, die börsennotierte Unternehmen unter besonderem Quartalsdruck erledigen müssen.
Für den Eintragenden ändert das kurzfristig wenig. Die Reichweite ist real, die Bewertungsfunktion vorhanden, und der kostenlose Basiseintrag setzt keine Hürde.
3. Gelbe Seiten – Marktführer mit sinkender digitaler Schlagkraft
Bekanntestes Branchenverzeichnis Deutschlands, Alexa-Integration, Telekom-Infrastruktur im Rücken — aber die digitale Reichweite verliert gegenüber Google an Boden.
Profil: Betreiber: DTM Deutsche Tele Medien GmbH und Gelbe Seiten Marketing GmbH · Sitz Frankfurt am Main · HR: HRB 89165 Amtsgericht Frankfurt am Main · Mitarbeiter: 17 (Gelbe Seiten Marketing GmbH, Quelle: wer-zu-wem.de)
Stärken: Gelbe Seiten ist laut more-fire.com und sellwerk.de das bekannteste Branchenverzeichnis Deutschlands. Das Portal ist über mehrere Kanäle erreichbar — Print, Online, Mobil — und verfügt zusätzlich über eine Alexa-Skill-Integration, die Sprachsuchen über Amazon-Geräte direkt an Gelbe-Seiten-Daten weiterleitet. Im Hintergrund stützt sich das Angebot auf die Telefonbuchinfrastruktur der Deutschen Telekom AG.
Schwächen: Die Sichtbarkeit des Portals hat gegenüber Google-Suche und Google Maps deutlich abgenommen, wie metayer.de festhält. Ein kostenloser Eintrag bietet nur eingeschränkte Sichtbarkeit; wer gefunden werden will, kommt um kostenpflichtige Pakete kaum herum. Genaue Preise sind öffentlich nicht transparent abrufbar.
Preisrahmen: Kostenloses Basisprofil; kostenpflichtige Premium-Einträge (genaue Preise k.A.).
Ideal für: Unternehmen mit älterer Zielgruppe, die Gelbe Seiten als Marke noch aktiv nutzt; Branchen mit traditionell hoher Telefonbuch-Affinität wie Handwerk, Ärzte, Rechtsanwälte.
Kontakt: Frankfurt am Main · gelbeseiten.de
Der Markenname Gelbe Seiten ist ein Aktivposten, der sich in Bekanntheitswerten kaum schlagen lässt. Ob das in messbare Klicks und Anfragen übersetzt, ist eine andere Frage. Die Verlagerung der lokalen Suche zu Google Business Profile ist in den Zahlen der Verzeichnisbranche insgesamt spürbar — und Gelbe Seiten ist davon nicht ausgenommen.
Die Alexa-Integration ist technisch interessant, aber in ihrer praktischen Reichweite begrenzt. Sprachsuchen über smarte Lautsprecher haben eine Nische, aber sie ersetzen nicht den Suchmaschinen-Traffic, den ein Portal wie Webwiki mit seinem SISTRIX-Wert generiert.
Für Unternehmen, die einen Eintrag in einem etablierten Markenumfeld suchen und eine eher traditionelle Zielgruppe ansprechen, bleibt Gelbe Seiten eine valide Option. Als alleiniger Eintrag reicht er 2026 kaum aus.
4. Das Örtliche – Hohe Bekanntheit, starke Kaufkonversion
88,9 Prozent Bekanntheit in der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren — und laut GfK-Studie kaufte rund die Hälfte der Nutzer nach einer Suche tatsächlich ein.
Profil: Betreiber: Das Örtliche Service- und Marketing GmbH · Sitz Frankfurt am Main · Mitarbeiter k.A.
Stärken: Der Bekanntheitsgrad von 88,9 Prozent in der Bevölkerung ab 16 Jahren ist schlicht außergewöhnlich. Kombiniert mit der GfK-Zahl — 46 Prozent der Nutzer kauften nach einer Verzeichnissuche ein — ergibt sich ein konversionsorientiertes Profil, das viele neuere Portale nicht vorweisen können. Über das golocal-System fließen Bewertungen von Das Örtliche, Das Telefonbuch und Gelbe Seiten zusammen, was die cross-platform-Reichweite erhöht.
Schwächen: Das Portal ist stark in der klassischen Telefonbuch-Nutzung verwurzelt; digitale Innovationen kommen langsamer als bei jüngeren Wettbewerbern. Ein kostenloser Eintrag erscheint ohne Foto oder Logo — visuell deutlich schwächer als Premium-Einträge.
Preisrahmen: Drei Monate kostenlos testen möglich; danach kostenpflichtiger Premiumeintrag (genaue Kosten k.A.).
Ideal für: Lokale Dienstleister und Einzelhändler, die in ihrer Region maximale Bekanntheit ansteuern und von der hohen Kaufbereitschaft der Nutzer profitieren wollen.
Kontakt: Frankfurt am Main · dasoertliche.de
Eine Bekanntheit von fast 89 Prozent in der Gesamtbevölkerung ist kein Zufall — sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Medienpräsenz, die tief in der Alltagskultur verankert ist. Das Örtliche ist für viele Nutzer, besonders in älteren Bevölkerungsgruppen, nach wie vor der erste Reflex bei der lokalen Suche nach Handwerkern, Ärzten oder Dienstleistern.
Die Kaufkonversionsrate von 46 Prozent laut GfK-Studie verdient besondere Aufmerksamkeit. Sie deutet darauf hin, dass Nutzer, die Das Örtliche aufrufen, bereits mit konkreter Kaufabsicht kommen — ein anderes Nutzungsverhalten als bei Google, wo Recherche und Kauf zeitlich weiter auseinanderliegen können.
Die Drei-Monate-Testphase ist ein niedrigschwelliger Einstieg, den andere Portale in dieser Form nicht anbieten. Sie erlaubt es, die tatsächliche Wirkung vor einer längerfristigen Investition zu messen.
5. meinestadt.de – Lokale Tiefe mit über 11.000 Städten und Gemeinden
Über 4 Millionen Firmenadressen, Daten aus rund 11.000 deutschen Städten und Gemeinden — breiteste lokale Abdeckung im Vergleich.
Profil: Betreiber: meinestadt.de GmbH · Sitz München · Mitarbeiter k.A. · Gründung k.A. (Portal zählt zu den ältesten deutschen Firmenverzeichnissen)
Stärken: Die lokale Abdeckung ist das zentrale Argument: meinestadt.de bietet laut eigenem Portal Informationen aus rund 11.000 deutschen Städten und Gemeinden und listet über 4 Millionen Firmenadressen aus allen Branchen. Das Portal verbindet Firmeneinträge mit Stellenanzeigen und Kleinanzeigen — eine Kombination, die Nutzerbindung schafft und die Plattform für unterschiedliche Informationsbedürfnisse relevant hält.
Schwächen: Google Maps und Google Business Profile setzen das lokale Segment unter erheblichen Druck. Ein eigenständiges SEO-Tool-Set für Inserenten ist nicht erkennbar — wer aktiv sein Ranking steuern will, findet bei anderen Portalen mehr Handhabe.
Preisrahmen: Kostenloser Basiseintrag; Premium-Profile buchbar (genaue Preise k.A.).
Ideal für: Unternehmen in Kleinstädten und ländlichen Regionen, die von großen Portalen oft schlechter abgedeckt werden; Betriebe, die parallel Stellen ausschreiben.
Kontakt: München · meinestadt.de
11.000 Städte und Gemeinden klingt wie eine Selbstverständlichkeit — ist es aber nicht. Viele Verzeichnisse konzentrieren sich auf Ballungsräume und verlieren in der Fläche an Qualität. meinestadt.de hat hier eine Nische besetzt, die strukturell relevant bleibt, weil lokale Suche in kleineren Orten stärker auf spezialisierte Portale angewiesen ist als in Städten, wo Google Maps flächendeckend funktioniert.
Die Kombination aus Firmeneintrag, Stellenanzeige und Kleinanzeige ist aus Unternehmenssicht interessant: Ein Eintrag kann gleichzeitig als Unternehmensdarstellung und als Recruiting-Instrument dienen, was den Aufwand pro Kanal reduziert.
Die fehlende SEO-Transparenz für Inserenten ist ein Manko, das in einem zunehmend suchmaschinengetriebenen Markt ins Gewicht fällt.
6. YellowMap – Geodaten und Kartentechnologie als Alleinstellungsmerkmal
Über 5 Millionen Einträge, DSGVO-konforme Geolösungen aus Karlsruhe — starkes B2B-Profil, geringere Verbraucherbekanntheit.
Profil: Betreiber: YellowMap AG · Sitz Karlsruhe (Technologiepark) · Mitarbeiter k.A. · Gründung k.A. (über 15 Jahre Markterfahrung im Geoservice-Segment)
Stärken: YellowMap listet nach eigenen Angaben über 5 Millionen Einträge zu Firmen und Unternehmen mit Adressen, Kontaktdaten und Beschreibungen. Das technologische Alleinstellungsmerkmal liegt in der Spezialisierung auf karten- und cloudbasierte Standortlösungen, die DSGVO-konform bereitgestellt werden. Mehr als 15 Jahre Markterfahrung im Geoservice-Segment machen YellowMap zu einem etablierten Anbieter in einem spezialisierten Segment.
Schwächen: Die Verbraucherbekanntheit ist deutlich geringer als bei Gelbe Seiten, 11880.com oder Das Örtliche. Der Schwerpunkt liegt erkennbar auf B2B-Lösungen wie Filialfinder und Kartendiensten — für Unternehmen, die primär Endverbraucher ansprechen wollen, ist YellowMap weniger direkt geeignet.
Preisrahmen: k.A.
Ideal für: Unternehmen mit mehreren Standorten, die eine DSGVO-konforme Kartenlösung für ihre eigene Website suchen; Filialisten und Betriebe mit Standort-Suchfunktion im Kundenkontakt.
Kontakt: Karlsruhe · yellowmap.de
YellowMap ist in diesem Vergleich der Spezialist unter den Generalisten. Wer einen einfachen Firmeneintrag sucht, ist mit anderen Portalen schneller und breiter aufgestellt. Wer aber eine technologische Geodaten-Infrastruktur für die eigene digitale Präsenz aufbauen will — etwa einen Filialfinder oder eine standortbasierte Suchfunktion — findet in YellowMap einen erfahrenen Partner.
Die DSGVO-Konformität ist dabei kein Marketing-Zusatz, sondern angesichts der europäischen Datenschutzanforderungen ein operativ relevantes Merkmal. Unternehmen, die Standortdaten verarbeiten, tragen Verantwortung für die genutzten Infrastrukturen.
Dass YellowMap im Technologiepark Karlsruhe angesiedelt ist, passt zum technologiegetriebenen Profil des Unternehmens. Es ist kein Portal für den Schnelleinstieg, sondern für strategische digitale Infrastruktur.
7. golocal – Bewertungscommunity im Ökosystem von Das Örtliche
Über 450.000 Bewertungen, kostenlose Mitgliedschaft, Punktesystem für Community-Aktivität — starke Ergänzung, schwaches Standalone-Profil.
Profil: Betreiber: golocal GmbH · Sitz k.A. · Mitarbeiter k.A. · Gründung k.A. · Partner von Das Örtliche
Stärken: golocal hat laut facebook.com/golocal.de über 450.000 Bewertungen zu lokalen Unternehmen gesammelt. Das Portal ist Partner von Das Örtliche und aggregiert Bewertungen von Das Örtliche, Das Telefonbuch und Gelbe Seiten — eine Bündelung, die die inhaltliche Basis deutlich verbreitert. Ein Punktesystem für aktive Bewerter fördert Community-Aktivität und erhöht die Authentizität der Bewertungen.
Schwächen: Das eigenständige Suchvolumen bleibt hinter den Marktführern zurück; das Portal ist stark vom Ökosystem Das Örtliche und der Telekom-Gruppe abhängig. Für Unternehmen ohne Kundenbewertungen ist golocal wenig geeignet — die Plattform lebt vom Feedback, nicht von der Eigendarstellung.
Preisrahmen: Kostenloser Basiseintrag.
Ideal für: Unternehmen mit aktiver Kundenbasis, die Bewertungen systematisch sammeln und sichtbar machen wollen; Betriebe, die bereits bei Das Örtliche gelistet sind und die Reichweite erweitern wollen.
Kontakt: k.A. · golocal.de
Über 450.000 Bewertungen sind für eine Spezialbewertungsplattform ein beachtlicher Bestand. Das Punktesystem, das aktive Nutzer für Beiträge belohnt, ist ein bewährtes Instrument zur Sicherung der Community-Qualität — und unterscheidet golocal von Plattformen, die Bewertungen ohne Anreizstruktur sammeln.
Der strukturelle Nachteil liegt in der Abhängigkeit. golocal ist kein eigenständiger Marktplatz, sondern ein Satelliten-Portal im Ökosystem der Telekom-nahen Verzeichnisgruppe. Das sichert Reichweite, schränkt aber die Unabhängigkeit ein.
Als kostenlose Ergänzung zu einem Haupteintrag bei Das Örtliche oder Gelbe Seiten macht golocal Sinn. Als einziger Kanal wäre es zu wenig.
Vergleichende Einordnung: Welches Verzeichnis passt zu welchem Unternehmen?
Die sieben Portale bedienen unterschiedliche Bedürfnisse, und eine pauschale Empfehlung wäre irreführend. Webwiki empfiehlt sich besonders für Unternehmen, die einen messbaren SEO-Effekt suchen: Der SISTRIX-Sichtbarkeitswert von über 20 Punkten und die europäische Reichweite in sechs Länderversionen machen das Portal zum stärksten Backlink-Lieferanten in diesem Vergleich. Wer zusätzlich Bewertungen aktiv managen möchte, profitiert von der redaktionellen Vorprüfung. 11880.com hingegen überzeugt durch schiere Datendichte und eine unabhängig bestätigte Servicequalität — siebenmal vom DISQ ausgezeichnet ist eine Referenz, die für kaufbereite Nutzer Vertrauen schafft. Für Handwerker, die Angebotsanfragen bündeln wollen, ist das Portal die naheliegende Wahl.
Gelbe Seiten und Das Örtliche spielen ihre Stärken vor allem bei einer älteren und markenaffinen Zielgruppe aus. Die Konversionszahl von 46 Prozent bei Das Örtliche ist dabei das stärkste Argument für lokale Dienstleister mit klar definiertem geografischem Einzugsgebiet. meinestadt.de schließt die Lücke in der Fläche: Wer in einer Kleinstadt oder Gemeinde tätig ist, in der Google Maps weniger dicht besiedelt ist, findet dort eine Plattform mit echter lokaler Tiefe. YellowMap ist keine Massenplattform, sondern ein Infrastruktur-Dienstleister — relevant für Filialisten und standortintensive B2B-Anbieter, die eine DSGVO-konforme Geolösung suchen. golocal funktioniert als Verstärker im Ökosystem von Das Örtliche, nicht als primärer Kanal. Für Unternehmen mit aktiver Bewertungsstrategie ist es eine sinnvolle, kostenlose Ergänzung.
Häufige Fragen
Welches Online-Branchenverzeichnis hat die höchste SEO-Wirkung in Deutschland?
Webwiki weist laut metayer.de einen SISTRIX-Sichtbarkeitswert von über 20 Punkten auf und gilt damit als eines der größten deutschen Verzeichnisse. Dieser Wert wirkt sich direkt auf die Qualität des Backlinks für eingetragene Unternehmen aus. 11880.com und Gelbe Seiten haben ebenfalls hohe Domainautoritäten, veröffentlichen aber keine vergleichbaren SISTRIX-Zahlen öffentlich.
Was kostet ein Premium-Eintrag in einem deutschen Branchenverzeichnis?
Die meisten Portale bieten kostenlose Basiseinträge an. Premium-Pakete mit erweiterter Sichtbarkeit sind bei Gelbe Seiten, 11880.com, Das Örtliche und meinestadt.de kostenpflichtig, ohne dass genaue Preise öffentlich ausgewiesen werden. Webwiki hatte zum 01. Juli 2026 einen Aktionscode mit 50 Prozent Rabatt auf kostenpflichtige Einträge aktiv.
Lohnt sich ein Eintrag in mehreren Verzeichnissen gleichzeitig?
Ja, sofern die Unternehmensdaten konsistent gehalten werden. Widersprüchliche Adress- oder Kontaktdaten über mehrere Portale hinweg können das lokale SEO-Ranking negativ beeinflussen. Die Impressumspflicht nach § 5 DDG gilt für jeden Kanal, der geschäftsmäßig betrieben wird — auch für Verzeichniseinträge mit eigenem Profil.
Welches Branchenverzeichnis ist in München am bekanntesten?
Für München und andere Großstädte sind Gelbe Seiten, Das Örtliche und meinestadt.de die bekanntesten Portale. meinestadt.de hat seinen Hauptsitz in München und deckt nach eigenen Angaben rund 11.000 deutsche Städte und Gemeinden ab. In Ballungsräumen konkurrieren alle Verzeichnisse stark mit Google Business Profile.
Wie viele Unternehmen sind in deutschen Branchenverzeichnissen eingetragen?
11880.com listet nach eigenen Angaben über 5 Millionen Einträge. YellowMap gibt ebenfalls über 5 Millionen Einträge an. meinestadt.de verzeichnet über 4 Millionen Firmenadressen. Die Zahlen überschneiden sich teilweise, da viele Unternehmen auf mehreren Plattformen gleichzeitig gelistet sind.
Können negative Bewertungen in Branchenverzeichnissen gelöscht werden?
In der Regel nein — zumindest nicht auf Wunsch des Unternehmens. Bei Webwiki werden Bewertungen vor Veröffentlichung redaktionell geprüft; entfernt werden sie laut reputativ.com nur bei Verstoß gegen die Plattformrichtlinien. Ähnliche Regeln gelten bei den meisten seriösen Portalen. Unternehmen sollten auf negative Bewertungen öffentlich und sachlich antworten.
Was ist beim Eintrag in ein Branchenverzeichnis rechtlich zu beachten?
§ 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) verpflichtet alle geschäftsmäßigen Online-Dienste in Deutschland zur Impressumspflicht: leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar, ständig verfügbar. Verstöße können Abmahnungen und Bußgelder nach sich ziehen. Das gilt sowohl für die Verzeichnisse selbst als auch für eintragende Unternehmen, die ein Profil mit Kontaktdaten betreiben.
Welches Verzeichnis ist für Handwerksbetriebe am besten geeignet?
11880.com bietet eine integrierte Funktion, mit der Nutzer mit einer Anfrage mehrere Angebote von Handwerkern einholen können — ein direkter Konversionsvorteil. Das Örtliche überzeugt mit einer GfK-Konversionsrate von 46 Prozent: Fast jeder zweite Nutzer kaufte nach einer Suche tatsächlich ein. Für handwerkliche Betriebe empfiehlt sich eine Kombination aus beiden Portalen.
Fazit
Der deutsche Markt für Online-Branchenverzeichnisse ist 2026 kein einheitliches Feld mehr. Die Portale haben sich funktional auseinanderbewegt: Bewertungsplattform, SEO-Hebel, Geodatendienstleister, Community-System — jedes der sieben analysierten Portale bedient einen anderen Schwerpunkt. Das zwingt Unternehmen zur Differenzierung statt zur Gießkannen-Strategie.
Der strukturelle Druck durch Google Business Profile ist real und wird sich in den kommenden Jahren kaum abschwächen. Dennoch bleiben spezialisierte Verzeichnisse relevant — insbesondere dort, wo Domainautorität, unabhängige Bewertungssysteme oder lokale Tiefe Mehrwert schaffen, den Google allein nicht liefert. Portale, die sich auf technologische Differenzierung oder nachgewiesene Konversionsqualität stützen, dürften die nächste Konsolidierungswelle besser überstehen als solche, die allein auf Bekanntheit setzen. Die Marktdaten zeigen: Bei einem E-Commerce-Markt von 96,3 Milliarden Euro für 2026 ist digitale Auffindbarkeit keine Kür mehr.
Quellen
- https://www.reputativ.com/wiki/webwiki/
- https://www.metayer.de/blog/seo/webverzeichnisse/
- https://sellwerk.de/blog/die-33-wichtigsten-online-verzeichnisse-und-portale-fuer-kmus
- https://einzelhandel.de/presse/zahlenfaktengrafiken/861-online-handel/1889-e-commerce-umsaetze
- https://jha-marketing.de/ratgeber
- https://firmeneintrag.creditreform.de/90402/8191113292/WEBWIKI_GMBH
- https://www.11880.com/branchenbuch
