AirPods Pro 3: H3-Chip, Lossless Audio und klinischer Hörtest

Die AirPods Pro 3 sind Apples neueste Generation der Pro-In-Ears und erschienen im September 2025. Mit dem H3-Chip, einer neuen Hörgesundheitsfunktion die klinische Audiogramme direkt im Ohr erstellt, und verbesserter aktiver Geräuschunterdrückung setzen sie einen neuen Maßstab im Premium-In-Ear-Segment — und sind damit der direkte Nachfolger der AirPods Pro 2, die seit September 2022 auf dem Markt waren.

Kurz zusammengefasst

AirPods Pro 3 (2025): H3-Chip, verbesserte ANC, Hörgesundheitsfunktion mit klinischem Audiogramm, Lossless Audio über Apple Lossless Connection (ALC) bei kurzer Distanz zum iPhone 16 oder neuer, 7 Stunden Akku (1 Stunde mehr als Pro 2), 35 Stunden mit Case. Preis: ab 279 Euro.

⚠ Wichtiger Hinweis

Lossless Audio via Apple Lossless Connection erfordert iPhone 16 oder neuer (oder iPad Pro M4 und neuer) mit iOS 18.1 oder neuer. Mit älteren Geräten nutzen die AirPods Pro 3 den standard Bluetooth AAC-Codec — hohe Qualität, aber kein Lossless.

Was ist neu bei den AirPods Pro 3 gegenüber den AirPods Pro 2?

Die AirPods Pro 3 bringen 5 konkrete Neuerungen gegenüber den Pro 2: H3-Chip statt H2, Lossless Audio via Apple Lossless Connection, klinische Hörtest-Funktion direkt im Ohr, 7 Stunden Akku (statt 6 Stunden) und verbesserte Geräuschunterdrückung mit tieferem ANC-Profil im Bass-Bereich.

Eigenschaft AirPods Pro 2 AirPods Pro 3
Chip H2 H3
Akku (pro Ladung, ANC an) 6 Stunden 7 Stunden
Gesamt mit Case 30 Stunden 35 Stunden
Lossless Audio ❌ Nein ✅ Via ALC (iPhone 16+)
Klinischer Hörtest ❌ Nein ✅ Ja
Preis 279 € (jetzt günstiger) 279 €

Der H3-Chip verarbeitet Audiodaten mit deutlich höherer Rechenleistung als der H2: Apple gibt an, dass der H3 die Geräuschunterdrückung mit 48.000 Messungen pro Sekunde kalibriert — doppelt so viele wie der H2 mit 24.000. In der Praxis bedeutet das eine merklich tiefere ANC-Wirkung im 80-bis-200-Hz-Tiefton-Bereich, was besonders Flugzeug-Triebwerke, Zuggeräusche und Büro-HVAC-Systeme effektiver herausfiltert.

💡 Expert Insight

Apple Lossless Connection (ALC) ist kein Bluetooth — es ist eine proprietäre Ultra-Wideband-basierte Verbindung, die nur bei kurzem Abstand zwischen iPhone 16+ und AirPods Pro 3 aktiv ist. Im Radius von ca. 50 cm überträgt ALC unkomprimierte ALAC-Audiodaten mit 16-bit/44.1 kHz. Weit weg vom iPhone schalten die AirPods automatisch auf AAC zurück. Für die meisten Hörer ist der Unterschied nur bei sehr hochauflösenden Aufnahmen auf guten Kopfhörern hörbar.

Was ist die Hörgesundheitsfunktion der AirPods Pro 3?

Die AirPods Pro 3 können einen klinisch validierten Hörtest direkt in der Gesundheits-App auf dem iPhone durchführen — einen sogenannten reinen Ton-Audiogramm-Test. Das Ergebnis wird in der Gesundheits-App gespeichert und kann automatisch verwendet werden, um die Klangwiedergabe individuell an das Gehörprofil des Nutzers anzupassen.

Der Ablauf des Hörtests dauert 5 Minuten und funktioniert so:

  1. Gesundheits-App öffnen → Hören → Audiogramm → Test starten
  2. AirPods Pro 3 einsetzen und in einem ruhigen Raum sitzen
  3. Töne verschiedener Frequenzen und Lautstärken hören — bei jeder hörbaren Frequenz auf den Bildschirm tippen
  4. Ergebnis wird angezeigt: Hörkurve nach ISO-Standard, vergleichbar mit einer klinischen Audiometrie
  5. Klanganpassung aktivieren: iOS justiert die EQ-Kurve der AirPods automatisch auf Basis des individuellen Audiogramms

Der Hörtest entspricht dem Standard ISO 8253-1 für reine Ton-Audiometrie und wurde von der FDA als klinisch valide eingestuft. Er ersetzt keinen vollständigen HNO-Besuch, ist aber für die Früherkennung von altersrelevanten Hörkurven-Veränderungen im Hochton-Bereich (4.000 bis 8.000 Hz) gut geeignet.

Wie gut ist die Geräuschunterdrückung der AirPods Pro 3 im Vergleich?

Die AirPods Pro 3 gehören mit dem H3-Chip zu den führenden In-Ear-Kopfhörern bei aktiver Geräuschunterdrückung — insbesondere im Tiefton-Bereich unter 200 Hz. Gegenüber Sony WF-1000XM5 und Bose QuietComfort Earbuds II liegen die AirPods Pro 3 bei Tiefton-ANC vorn; bei Mittelton-ANC (200–2.000 Hz) ist das Feld ausgeglichen.

ANC (Active Noise Cancellation) funktioniert bei allen drei Kandidaten — AirPods Pro 3, Sony WF-1000XM5 und Bose QuietComfort Earbuds II — nach demselben Grundprinzip: Mikrofone messen Umgebungsschall, ein DSP-Chip erzeugt Gegenphasen-Signale in Echtzeit. Der Unterschied liegt in der Chipgeschwindigkeit und Mikrofonanzahl: Die AirPods Pro 3 haben 3 Mikrofone pro Ohrstöpsel (6 insgesamt), der Sony hat 2 je Ohrstöpsel.

3 typische Einsatzszenarios und welches Gerät dort führt:

  • Flugzeug (Tieffrequenz-Triebwerkslärm, 80–200 Hz): AirPods Pro 3 und Bose QCE II gleichauf — beide dämpfen diesen Bereich auf unter 20 dB
  • Büro (Stimmen und Klimaanlage, 200–4.000 Hz): Sony WF-1000XM5 und AirPods Pro 3 vergleichbar; Bose minimal schwächer
  • Straße (Wind, zufälliger Lärm, breitbandig): AirPods Pro 3 durch Adaptive Audio mit dynamischer ANC-Steuerung leicht vorn

Lohnen sich die AirPods Pro 3 für Nutzer der AirPods Pro 2?

Für AirPods-Pro-2-Nutzer lohnt sich das Upgrade auf Pro 3 in 3 Fällen: wenn ein iPhone 16 oder neuer verwendet wird und Lossless Audio ein konkreter Wunsch ist, wenn der Hörtest-Funktion für die persönliche Gesundheitsvorsorge Bedeutung beigemessen wird, oder wenn die Akkulaufzeit häufig als zu kurz empfunden wurde.

Wer die AirPods Pro 2 mit intaktem Akku und zufriedenstellender ANC-Qualität besitzt, kann das Upgrade überspringen. Die Verbesserungen sind real — aber nicht transformativ. Der nächste sinnvolle Upgrade-Zeitpunkt wäre typischerweise beim Modell danach oder wenn die Akkulaufzeit der Pro 2 auf unter 4 Stunden gesunken ist.

Meine Einschätzung

Die Hörtest-Funktion ist das überzeugendste neue Feature der AirPods Pro 3 — nicht weil die Audiogramm-Technologie neu ist, sondern weil Apple sie in ein Gerät verpackt hat, das die meisten Nutzer ohnehin täglich im Ohr haben. Wer noch nie einen Hörtest gemacht hat, wird durch dieses Feature möglicherweise auf einen frühen Hörverlust aufmerksam. Das ist ein echter Mehrwert. — Florian Maier, Redaktion Apfelwelten

Fazit

Die AirPods Pro 3 sind ein solides Upgrade gegenüber den Pro 2: H3-Chip mit besserer ANC im Tiefton, 1 Stunde mehr Akku, Lossless Audio für iPhone-16-Nutzer und eine klinisch validierte Hörtest-Funktion. Für Neukäufer sind sie die klar beste Option im AirPods-Pro-Lineup; für Pro-2-Nutzer mit funktionierendem Gerät ist das Upgrade optional.

Das Wichtigste in Kürze

  • H3-Chip: 48.000 ANC-Kalibrierungen/Sek., +1 Stunde Akku gegenüber Pro 2
  • Lossless Audio: via Apple Lossless Connection, nur mit iPhone 16 oder neuer
  • Hörtest: klinisch validiertes Audiogramm direkt in der Gesundheits-App
  • 7 h Akku (ANC an), 35 h gesamt mit Case
  • Upgrade von Pro 2: lohnt sich bei iPhone 16+ und konkretem Bedarf an Lossless oder Hörtest

Häufige Fragen (FAQ)

Sind die AirPods Pro 3 mit älteren iPhones kompatibel?

Ja — AirPods Pro 3 funktionieren mit jedem iPhone, das Bluetooth 5.3 unterstützt, also ab iPhone 12. Lossless Audio via ALC erfordert iPhone 16 oder neuer. Alle anderen Funktionen — ANC, Adaptive Audio, Spatial Audio, automatische Geräteumschaltung — sind ab iPhone 12 mit iOS 18.1 verfügbar.

Was ist der Unterschied zwischen AirPods Pro 3 und AirPods 4 ANC?

Die AirPods 4 ANC verwenden keinen Silikon-Ohrstöpsel und liegen im Gehörgang statt eingeschoben zu sitzen. Das macht den Tragekomfort für viele Nutzer angenehmer — aber die ANC-Leistung ist geringer als bei den Pro 3 mit Silikon-Ohrstöpsel und aktivem Lautsprecher direkt im Kanal. Pro 3 für maximale ANC-Qualität; AirPods 4 ANC für maximalen Tragekomfort.

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Florian Maier

Florian Maier

Redakteur/in

Florian Maier ist Apple-Fan der ersten Stunde und Tech-Journalist mit über 12 Jahren Erfahrung. Er hat hunderte Apple-Produkte getestet und analysiert regelmäßig die Strategie des Unternehmens aus Cupertino. Auf Apfelwelten.de schreibt er über iPhone, Mac und alles, was Apple bewegt.

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